Power Napping – Was bringt das Mittagsschläfchen

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Mann schläft am Schreibtisch mit Kopf auf dem Laptop
© Andrey Popov|fotolia.com

Kann Power Napping, ein Kurzschlaf von maximal 30 Minuten während des Tages, tatsächlich unsere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit steigern?

Unser Alltag führt häufig zu Stress und Müdigkeit

Wer kennt es nicht auch? Die Nacht war gefühlt zu kurz und so richtig erholsam war der Schlaf auch nicht. Über den Arbeitsalltag plagt einen die Müdigkeit. Folgen sind Unwohlsein und mangelnde Konzentration. Außerdem steigt der Stress, dem der Körper ohnehin schon ausgeliefert ist. Dies wiederum kann nächtliche Einschlaf- und Durchschlafstörungen begünstigen. Oft leider ein Teufelskreis in unserer heutigen Gesellschaft. Zu diesem Ergebnis kam jüngst auch eine Studie der DAK.

Aber wie können wir versuchen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen? Über eine Möglichkeit wird schon länger gesprochen und diese wird unter anderem auch von Psychologen der NASA aufgegriffen: Der kurze Mittagsschlaf. Untersuchungen zeigten, dass Piloten, nachdem sie ein kurzes Nickerchen gemacht hatten, über mehr Konzentration verfügten und ihre Leistungskurve wieder nach oben schnellte.

Andere Kulturen zelebrieren die Mittagsruhe

Den eigentlichen Mittagsschlaf gibt es natürlich schon seit Generationen und dieser wird in anderen Kulturen deutlich stärker zelebriert als bei uns. Wer hat noch nicht von der spanischen Siesta gehört? Zwar ist diese lange Mittagspause auch den heißen Temperaturen geschuldet, aber die Entschleunigen des Alltages ist hier ebenfalls verwurzelt. Oder ein anderes Beispiel ist Japan. Dort werden den Angestellten von ihren Arbeitgebern sogenannte NAP-Kabinen zur Verfügung gestellt. Diese Idee wurde auch vor ein paar Jahren in Stuttgart aufgegriffen, mit sehr zufriedenstellendem Ergebnis.

Das Nickerchen ersetzt natürlich nicht den nächtlichen Schlaf. Es ergänzt ihn vielmehr. Wissenschaftler sprechen hier von einem biphasischen Schlafrhythmus, bei dem es eine Hauptschlafphase von 7 bis 9 Stunden in der Nacht gibt und einen bis zu halbstündigen Mittagsschlaf.

Power Napping, die Vorteile.

Was bringt uns dieser ergänzende Schlaf am Tage?

  • Reduktion des Erschöpfungszustandes
  • Förderung des Kurzzeitgedächtnisses und der Konzentration
  • Reduktion der Gereizheit. Ein Grund dafür ist die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin, welches auch gleichzeitig unser „Wachhormon“ ist. Darüberhinaus ist Serotonin auch für die abendliche Produktion unseres Schlafhormons Melatonin verantwortlich, so dass auch der nächtliche Schlaf verbessert wird.
  • Verminderung von Stress. Die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol wird gesenkt. Das fördert wiederum den erholsamen Nachtschlaf und verringert Herz-Kreislauf-Risiken.
  • Wissenschaftler konnten auch einen Zusammenhang zwischen Müdigkeit und Hunger feststellen. Das erklärt auch das „Lustessen“ am Abend. Ein ausgeruhter Körper empfindet diesen Appetit nicht so stark.

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Was solltet Ihr beim Power Napping beachten?

Wenn Ihr Euch nun überlegt, dies auch einmal zu versuchen, solltet Ihr jedoch unbedingt auf ein paar Dinge achten, damit Euch die Mittagsruhe auch wirklich gut tut.

  1. Hals und Kopf stützen: ist die Stuhllehne hoch genug, könnt Ihr einfach die Füße hochlegen und drauflosdösen. Aber auch das auflegen des Kopfes in die Arme direkt auf dem Schreibtisch funktioniert. Hauptsache, es kommt nachher nicht zu Verspannungen.
  2. Wecker stellen: der Größte Fehler ist es, den Schlaf zu lange auszudehnen. Der Körper braucht nur etwa 30 Minuten, um seine Energiereserven aufzufüllen. Dies geschieht in der ersten Schlafphase – dem leichten Schlaf und der REM-Phase. Schlaft Ihr jedoch zu lange, fallt Ihr in die Tiefschlafphase. Diese kann schon ab der 40. Minute eintreten. Wenn Ihr nun geweckt werdet, kann dies unangenehme Folgen für den Kreislauf haben. Man fühlt sich wie gerädert und ist eher träge, als erholt.
  3. Schlafhygiene: auch für den kurzen Mittagsschlaf gilt, je angenehmer das Drumherum, desto besser schläft man. Also wenn Ihr die Möglichkeit hat, sollte man eine Liege dem Schreibtischstuhl vorziehen, den Raum etwas abdunkeln und sich von einer störenden Geräuschkulisse abschotten.
  4. Vorher einen Kaffee: mancher möge jetzt denken: „Kann ich denn dann noch schlafen?“ Es ist kein Problem unmittelbar vor dem Schläfchen einen Kaffee zu trinken. Das darin enthaltene Coffein wirkt erst nach einer halben Stunde, was sich wunderbar mit dem kurzen Schlaf deckt. Das bedeutet, dass man nach der Erholung zusätzlich den belebenden Effekt des Coffeins hat.

Wie Ihr seht, birgt das Powernapping eigentlich nur Vorteile und, vorausgesetzt man beachtet diese Punkte, kann man es ruhig mal mit einem Mittagsschläfchen versuchen. Der Chef und vor allem Euer Körper werden es Euch danken.