Training bei Infektionen der Atemwege oder des Magen-Darmtraktes

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Läufer mit Schnupfen und Taschentuch
Dirima|shutterstock.com

Auch Sportler bleiben nicht von Infekten verschont, auch wenn gemäßigter Sport zur Unterstützung unseres Immunsystems gut geeignet und empfehlenswert ist. Gerade Leistungssportler neigen nach intensiver Belastung zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und können von Infektionen der Atemwege, die wir umgangssprachlich auch als Erkältung bezeichnen würden, oder des Magen-Darmtraktes heimgesucht werden. Grund hierfür ist der sogenannte Open-Window-Effekt. Etwa 72 Stunden nach intensiver sportlicher Tätigkeit sind Athleten besonders anfällig für Infektionen, da es zu einem kurzfristigen Abfall des Immunsystem kommt.

Empfehlung nach Krankheitstagen und Verlauf

Gerade für Leistungssportler stellt ein Infekt mit einer kompletten Einstellung des Trainings ein großes Problem dar. Aber die Beschwerden sollten auf jeden Fall ernst genommen werden, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. In der Praxis hat es sich bewährt, sich jeden Krankheitstag einzelnd anzuschauen, den Verlauf der Symptome zu betrachten und danach zu entscheiden, wie ein mögliches Training aussehen könnte.

Krankheitstag 1

Machen sich erste Anzeichen einer Infektion beerkbar, wie halsschmerzen, laufende oder verstopfte Nase oder aber Husten, dann sollten keine anstregenden Belastungen durchgeführt werden. Von Wettkämpfen ist komplett abzuraten.

Treten Muskel- oder Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber oder ein allgemeines Kranheitsgefühl auf oder liegen Durchfall oder Erbrechen vor, ist von Sport komplett abzuraten und der Körper sollte geschont werden, damit er sich schnellstmöglich kurieren kann.

Achtet immer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, haltet Euch von Kälte und Feuchtigkeit fern und vermeidet Stress. Bei stärkerer Beeinträchtigung kann eine medikamentöse Therapie mit abschwellenden Nasensprays, -tropfen und einem Fieber- und Schmerzmittel in Erwägung gezogen werden, achtet dabei aber auf die Dopingliste. Da es sich bei diesen Infektionen um ansteckende Erkrankungen handelt, solltet ihr euch von anderen Teammitgliedern fernhalten.

Krankheitstag 2

Eine Körpertemperatur über 37,5 – 38 °C, zunehmender Husten, Durchfall oder Erbrechen erfordern eine weitere Unterbrechung des Trainings. Schont euren Körper.

Sofern ihr fieberfrei seid, jedoch ein allgemeines Krankheitsgefühl vorliegt, sich die Beschwerden aber “oberhalb vom Hals” abspielen, könnt ihr mit einer leichten Belastung, bei der der Puls unter 120 Schläge/Minute liegen sollte, trainieren. Überfordert euren Körper nicht und achet darauf, dass das Training nach 30-45 Minuten gestoppt wird. Im Winter solltet ihr nicht im Freien sondern drinnen trainieren. Auch am zweiten Tag herrscht noch Ansteckungsgefahr für euer Team, trainiert daher besser alleine.

Krankheitstag 3

Wenn das Fieber oder die Beschwerden der oberen Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes fortbestehen, solltet ihr nun einen Arzt kontaktieren, um das weitere Vorgehen und evtl. eine medikamentöse Therapie durchzusprechen.

Sofern ihr weiterhin fieberfrei seid und sich die Beschwerden bzw. der Krankheitsverlauf nicht deutlich verschlechtern könnt ihr wie am Tage zuvor mit einem moderaten Taining mit einem maximal Puls von 150 Schlägen/Minute trainieren. Für die Dauer und Umgebung gelten wieder die gleichen Tipps.

Krankheitstag 4

Bestehen die Beschwerden weiterhin, solltet ihr den Arzt aufsuchen, damit er euch untersuchen und ggf. weitere Maßhnamen einleiten kann.

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Wiederaufnahme bei Beschwerdebesserung

Der durchschnittliche Krankheitsverlauf von Atemwegsinfekten, wie Husten und Schnupfen, dauert etwa 7-10 Tage. Werden die Beschwerden zunehmend besser, könnt ihr euer Training langsam wieder aufnehmen. Folgende Punkte solltet ihr berücksichtigen:

  • Wartet vor der Wiederaufnahme einen Tag ohne Fieber und mit subjektiver Verbesserung der Beschwerden ab
  • Nehmt das Training über die gleiche Anzahl der vorher ausgesetzten Tage langsam und stufenweise wieder auf.
  • Überwache Deine Belastungstoleranz mit zunehmender Trainingsintensität und plane ggf. einen zusätzlichen Pausentag ein, wenn Du eine verzögerte Erholung spürst.
  • Achte auf ausreichend Kälteschutz bei Aussentrainng und vermeide die Einatmung von kalter Luft unter 10°C in der ersten Woche nach einem Atemwegsinfekt.
  • Sollte der Infekt erneut aufkommen, Fieber auftreten oder die Beschwerden sich verschlechtern, wie mit persistierendem (andauerndem) Husten oder belastungsabhängigen Atembeschwerden, ist eine Trainingspause und ein Arztkontakt erforderlich

Für weitere Informationen findest Du auf unserem YouTube-Channel ein passendes Video zum Thema:

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https://www.youtube.com/watch?v=KS0SopPByRM