Was ist eine Aphthe und wie wird sie behandelt?

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p_saranya, shutterstock.com 518376937
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Schmerzhafte Bläschen im Mund. Diese milchig-gelben Stellen mit rotem Rand brennen und machen Essen, Trinken und Sprechen zur Qual. Diese entzündliche Veränderungen in der Mundhöhle, werden als Aphthen bezeichnet.

Die meisten von uns kennen die kleinen, offenen und sehr schmerzhaften Stellen. Aphthen sind eine häufige Erkrankung der Mundschleimhaut. Sie machen sich urplötzlich bemerkbar. Was für eine entbehrliches Mühsal! Es handelt sich um kleine Verwachsungen, Ulzerationen, die überall im Mund, auf Schleimhaut von Lippen, Zunge und Rachen oder dem Zahnfleisch auftreten können.

Der Arzt unterscheidet verschiedene Formen. Die häufigste Form sind kleine Aphthen. Obwohl nur bis zu ein Zentimeter Durchmesser, verleiden sie mit brennenden, stechenden Schmerzen jeden Tag. Glücklicherweise heilen sie innerhalb von ein bis zwei Wochen narbenfrei ab.

Seltene Varianten sind große Aphthen von bis zu drei Zentimeter Durchmesser und die herpetiformen Ulzerationen, bei der sich ganz viele kleine Bläschen nebeneinander gruppieren. Diese Formen können zu sechs Wochen Beschwerden bereiten und können nach dem Heilungsprozess auch Narben hinterlassen.

Aphthen oder Aphten?

Ich erlaube mir hier ein kurzes Kommentar: Viele Artikel im Netz übernehmen den geläufigen Begriff “Aphten”. Es handelt sich hier nicht um eine alternative Schreibweise. Hier steht wohl die Suchmaschinenoptimierung im Vordergrund, wobei ich mich lieber am Duden orientiere 😉

Aphthe du Schreck – Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Prophylaxe von Ulzerationen

Als Apotheker werde ich häufig gefragt nach Ursachen für das Auftreten von Aphthen, Behandlungsmöglichkeiten und wirksamen Methoden, um erneute Symptomatik zu verhindern. Deshalb der Reihe nach.

Tatsächlich spricht die Studienlage derzeit von komplexen Auslösern. Damit gemeint sind eine Reihe von Möglichkeiten, die das Entstehen von Aphthen begünstigen können, nicht aber müssen.

Komplexe Faktoren begünstigen das Entstehen von #Aphthen. #gernegesund Klick um zu Tweeten

 

Es werden genetische Faktoren für die Ausbildung von Aphthen diskutiert. Vier von zehn Patienten weisen familiäre Veranlagung auf.

Getränke und Nahrungsmittel mit hohem Histaminanteil und stark säurehaltiges Obst und Limonaden bzw. Cola, die das Gleichgewicht der Mundflora stören. Eine ausbalanciertes Klima in der Mundhöhle lässt Bakterien und Viren wenig Chance, entzündliche Prozesse im Mundbereich auszulösen.

Herpesviren können sich nicht nur als Lippenherpes bemerkbar machen und sind als mögliche Auslöser im Gespräch.

Antibiotika können dazu beitragen, das empfindliche Gleichgewicht von Bakterien unserer Mundschleimhaut zu stören.

Auch bei chronischen Krankheiten kann es dazu kommen. Bei bestehender Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) ist Gluten als Auslöser beschrieben.

Äußere Faktoren, die zu kleinsten Verletzungen führen, erweitern die Angriffsfläche. Verletzungen können selbst zugefügte Bisswunden sein, feine Abschürfungen oder Kratzer durch Zahnspangen oder Prothesen. Ist die Zahnbürste zu hart, kann mit entsprechendem Druck und Reibung selbst beim Zähneputzen Zahnfleisch oder Mundschleimhaut angegriffen werden. Besser sanft bleiben!

Was kann man tun, damit die schmerzhaften Bläschen demnächst nicht wieder auftreten?

monticello, shutterstock.com 143906008
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Wer sich wirkungsvoll gegen Aphthen wappnen will, sollte demnach Vorsicht walten lassen. Wer sensibel auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert, verzichtet idealerweise darauf. Eine sinnvolle Komponente zur Vorbeugung ist die ausgewogene Versorgung mit Mikronährstoffen.

  • Vitamin B12
  • Folsäure
  • Eisen
  • Zink

Eine ausgewogene Ernährung macht sich immer bezahlt. Gibt es Zeiten, wo das schwierig ist, können gegebenenfalls auf hochwertige Nahrungsergänzungsmittel helfen.

Stimmt es, dass Raucher weniger oft Aphthen haben?

Tatsächlich sind Raucher weniger stark als Nichtraucher von der Ausbildung von Aphthen betroffen. Weil die Mundschleimhaut von Rauchern verhornt (Hyperkeratose), ist diese widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse wie Verletzungen.

 

Das hilft bei Aphthen im Mund

So klein sie sind, so große Probleme können die brennenden Bläschen im Alltag bereiten. Auch unter kleinen Kindern oder älteren Menschen sind Aphten eine häufige Erkrankung, die nicht selten wiederkehrend auftritt. Weil viele Faktoren die Entstehung begünstigen, es aber keine klare Beweisführung gibt, orientiert sich die Therapie an den Symptomen.

Linderung verschafft, was den Schmerz dämmt. Gegen die Schmerzen gibt es verschiedenste Gele, Salben und Tinkturen mit Lokalanästhetikum, welches die schmerzhafte Stelle etwas betäubt.

Es stehenen Mundspülungen mit adstringierenden Wirkung – beispielsweise aus Grüntee, Schwarztee oder Salbei – zur Verfügung. Sie verengen die Poren der Schleimhaut und entfalten gleichzeitig eine milde antibakterielle Wirkung. Beides kann den Heilungsprozess begünstigen. Mundspülungen mit Hyaluronsäure ziehen eine Art Schutzfilm über das empfindliche Areal und können Linderung verschaffen.

Entsprechende Hygiene und Desinfektion der betroffenen Stellen ist ratsam, sodass eine weitere Ausbreitung verhindert wird und der Bereich besser abheilen kann.

Für die individuell angepasste Therapie kann man sich in den Apotheken beraten lassen. Wer unter großen Aphthen oder gehäuften Ulzerationen leidet, sollte mit dem Arztbesuch nicht warten. Es gibt verschiedenste Varianten von systemischer Therapie, die der Arzt verordnen kann.