Grippe oder Erkältung – einfach den Unterschied erkennen. 

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Gorynvd, shutterstock.com 1009964608
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Gefährliche Grippe, oder doch nur eine Erkältung? Wo liegt der Unterschied und wie lassen sich Symptome richtig deuten? Mehr dazu hier in diesem Beitrag.

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Grippe oder Erkältung – in der Alltagssprache werden die beiden Begriffe gerne miteinander verwechselt oder gleichgesetzt. Dennoch handelt es sich um zwei ganz unterschiedliche Erkrankungen.

Influenzavirus vs. Rhinovirus.

Während Grippe durch Influenzaviren ausgelöst wird, sind für Schnupfen und Erkältungen Rhinoviren hauptverantwortlich. Es handelt sich um zwei verschiedene Virusstämme, weshalb die Auswirkung einer Infektion auch auseinander laufen. Erste Symptome ähneln einander zunächst, Ausprägung und Dauer der ausgelösten Erkrankungen gehen schließlich deutlich auseinander.

Weil sich die beiden Virenstämme genetisch komplett voneinander unterscheiden, kann die Grippeimpfung niemals gegen Erkältungserreger schützen bzw. Erkältungen vorbeugen oder abwehren. Im Schnitt treten zwei bis vier Erkältungen pro Jahr auf.

Grippe und Erkältung vorbeugen – so klappt’s.

Erkältungen und Grippe lassen sich mit einfachen Maßnahmen vorbeugen, indem das Risiko zur Ansteckung minimiert wird. Wie das gelingt, fasse ich in den Videobeiträgen 5 Tipps gegen Erkältungen und Grippe vorbeugen zusammen.

Verwandlungskünstler unter den Erregern.

Grippeviren sind gliedern sich in drei unterschiedliche Familien, auch Typen, Typ A, Typ B und Typ C. Sie sind äußerst wandlungsfähig, weshalb zum Typ auch Merkmale der Oberflächenstrukturen benannt werden (N / H) . Bei Infektionen des Menschen ist Typ A häufig eingebunden. Die Benennung bezieht sich auf die Eigenschaften der Oberflächenstruktur, beispielsweise H5N1 Influenza. Abhängig von der Wandlungsfähigkeit des Virus, kann das menschliche Immunsystem keine Immunität gegen Grippeviren ausbilden. Die Veränderungsfähigkeit der Influenzaviren macht die Entwicklung von Impfstoffen aufwändig und die saisonale Neuentwicklung des Impfstoffes notwendig.

Unbemerkte Verbreitung.

Influenzaviren verbreiten sich über den den Speichel und werden durch Husten und Niesen in der Umgebung verstreut. Als Tröpfcheninfektion erfolgt die Kontaktaufnahme und das Einbringen der Viren über Mund, Nase oder Augen.

Die Inkubationszeit, sprich die Zeit, von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit, ist mit ein bis drei Tagen relativ kurz. Ansteckend ist man allerdings schon direkt nach der Infektion bzw. bis zu zwei Tage vor Krankheitsausbruch. Infektiös bleibt der Wirt außerdem drei bis fünf Tage nach Ausbruch der Erkrankung. Die Verbreitung der meisten Viren erfolgt demnach völlig unbemerkt, daher kommt es zur schnellen und großräumigen Ausbreitung der Influenzaviren.

Große Grippe-Epidemien können entstehen. Historisch ist die spanische Grippe mit vielen Millionen Toten weltweit in der Saison 1918/19. Vergleichsweise glimpflich verlief die Schweinegrippe 2009/10 mit Pandemie-Warnung durch die WHO. Hier wurden etwa 200.000 Todesfälle statistisch erfasst.

Unverkennbar Influenza: Hohes Fieber plus …

Die Art der Symptome bei einer Influenza-Infektion sind jener einer Erkältung durch Rhinoviren ähnlich, jedoch deutlich stärker ausgeprägt.

Plötzliches und hohes Fieber in Kombination mit zwei weiteren Symptomen weisen auf eine Influenza-Infektion hin:

Plötzliches, hohes Fieber in Verbindung mit Schüttelfrost und Schweißausbrüchen.

Schmerzen (moderat bis stark) in Muskeln, Gelenken und Kopf.

Husten

Antriebslosigkeit, starkes Gefühl der Abgeschlagenheit.

Anders als bei einer Erkältung, die nach zwei bis vier Tagen ausgestanden ist, können die Symptome bis zu 14 Tagen andauern.

Wichtig! Wer eine Infektion mit Influenza vermutet, sollte umgehend Arzt konsultieren.

Bei einer Influenza-Infektion sind Ärzte dazu verpflichtet, diese dem Gesundheitsamt zu melden. Die Daten werden gesammelt und statistische Erhebungen für Influenza Typen und deren Auswirkungen dokumentiert. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch Instituts veröffentlicht eine saisonale Übersichtskarte über Verbreitungsgebiet und Häufigkeit der Infektionen.

Therapiemaßnahmen bei Grippe.

Die Behandlung von Grippepatienten ist symptomatisch. Das bedeutet, das menschliche Immunsystem braucht Zeit, um die Viren selbst zu bekämpfen. Symptome der Erkrankung können nur gelindert werden.

Ausreichend Schlaf und Bettruhe.

Viel Trinken, damit Schleimhäute feucht bleiben und das Herz-Kreislauf-System intakt bleibt.

Schmerzlindernde Arznei gegen Kopf- und Muskelschmerzen.

Fiebersenker

Die Therapie mit antiviraler Arznei bringt nur Vorteile für Patienten aus der Risikogruppe. Allgemein gesunde Menschen haben keinen signifikanten Nutzen von der Therapie mit antiviraler Medikation. Für eine gute Erfolgsquote entscheidend ist die Medikation innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome.

Antibiotikum wirkungslos bei Grippe.

Bei einer Grippe verschafft ein Antibiotikum keine Hilfe. Es hilft gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren. Wenn notwendig, wird es bei Grippepatienten gegen eine auftretende bakterielle Zweitinfektion eingesetzt.

 

Personen mit erhöhtem Bedarf zur Achtsamkeit (Risikogruppe).

Besonders gefährdet durch das Virus und mögliche (bakterielle) Zweitinfektionen sind Menschen über 60 Jahre, Kinder, Schwangere, chronisch Kranke (Diabetes, Lungenpatienten, Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems) und immungeschwächte Patienten, medizinisches Personal und Menschen im Gesundheits- und Pflegedienst.

Häufige Folgeerkrankungen einer Influenzainfektion sind Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung und Hirnhautentzündung.

Grippeimpfung

Die Ausbreitung in der Bevölkerung wird allein durch die Unterbrechung des Übertragungsweges verhindert. Der Influenza-Ratgeber des Robert-Koch-Instituts führt die Impfung als “wichtigste und kosteneffektive Präventionsmaßnahme gegen eine Influenzaerkrankung” an.

Deshalb macht die Grippeimpfung zuerst da Sinn, wo Risikogruppen aufeinandertreffen; im medizinischen Bereich, im Gesundheitswesen sowie im Pflegedienst.

Die Impfung wird ganz besonders jenen Menschen empfohlen, die zur Risikogruppe gehören und sollte jedes Jahr neu, vor Beginn der Saison im Oktober oder November durchgeführt werden.

 

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