Patientenverfügung – Vorsorge für den medizinischen Ernstfall

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Medizinische Versorgung soll Leben erhalten. Doch bei sehr schweren Verletzungen oder Erkrankungen stoßen die Maßnahmen der Ärzte an ihre Grenzen. Kann sich ein Patient nicht mehr selbst mitteilen, muss ein Angehöriger über weitere Behandlungen entscheiden. Dafür gibt es seit vielen Jahren die Patientenverfügung. Trotz dieser Eigenvorsorge bleiben die Entscheidungen der Patienten häufig unbeachtet. Aufklärung zum Thema bietet die Prevago Patientenverfügung. Dieser Ratgeber gibt außerdem Tipps zu Inhalten und Formalitäten. 

Patientenverfügung – dafür ist sie vorgesehen

Medizinische Maßnahmen dürfen Ärzte nur mit dem Einverständnis der Patienten ergreifen. Üblicherweise findet ein Gespräch vor Operationen, Medikationen und anderen Eingriffen statt. Doch oft können Patienten dazu keine eigenen Angaben machen. Beispielsweise eine Komabehandlung ist ohne richtige Patientenverfügung nicht möglich. Möglicherweise hat der Patient genaue Vorstellungen dazu, bis zu welchem Grad er sich einer Behandlung unterziehen möchte. Er weiß wahrscheinlich auch genau, welche medizinischen Maßnahmen er ablehnt. Doch bleibt alles unbeachtet, wenn er im Koma liegt oder anderweitig schwer verletzt bzw. erkrankt ist. Genau für solche Fälle ist dieses Schriftstück vorgesehen, denn es dokumentiert den Willen des Patienten und bevollmächtigt einen Angehörigen, diesen Willen durchzusetzen. 

Mögliche Fehler beim Ausstellen einer Patientenverfügung

Viele Menschen machen von ihrem Recht auf Eigenbestimmung über Dritte Gebrauch. Dennoch erweist sich die Mehrheit selbst verfasster Patientenverfügungen als ungültig. Die dort eingetragenen Bevollmächtigten sind also trotz schriftlicher Erklärung gegen Weiterbehandlungen machtlos. Die folgenden Fehler treten besonders oft auf: 

  • Ungenaue Formulierungen, meist auf standardisierten Vorlagen
  • Zweifelhafte Wunschäußerung zu lebenserhaltenden und lebensverlängernden Maßnahmen wie künstliche Beatmung oder künstliche Ernährung
  • Patientenverfügung zwar vorhanden, aber im Notfall nicht oder erst nach Stunden der Notbehandlung griffbereit
  • Verfügung zu alt für aktuelle Gültigkeit

Die Prevago Patientenverfügung hilft bei konkreten Formulierungen und der nötigen Aktualität. Es empfiehlt sich eine persönliche Beratung mit Medizinern oder anderen Fachkräften. Der Aufwand dieser Vorbereitung ist hoch. Doch anschließend steht fest, dass im Ernstfall tatsächlich nach dem Willen des Patienten und nicht nach dem Willen behandelnder Mediziner entschieden wird. 

Muster für eine gültige Patientenverfügung verwenden?

Das Erstellen einer Patientenverfügung ist eine äußerst individuelle Angelegenheit. Angesichts der persönlichen Erwartungen an Medizin und Vorsorge lässt sich das nicht in ein allgemeingültiges Muster pressen. Wegen zweifelhafter juristischer Auslegungen greifen dennoch Millionen von Menschen auf solche Formulare zurück. Dahinter steckt der Gedanke „Besser so als gar nicht“. Ein Mustervordruck enthält natürlich solche Inhalte, die sich juristisch in manchen Fällen als wirksam erwiesen. Doch nur in einem von 100 Fällen halten sich Mediziner an die niedergeschriebenen Bestimmungen. Der Grund ist nicht rechtswidrig. Vielmehr ist das Erhalten und Verlängern von Leben ein medizinischer Auftrag. Kann der Patient diesen nicht selbst widerrufen, folgen Notfallmediziner und Kliniken stattdessen ihrer Pflicht. Es ist also von Ankreuzvorlagen dringend abzuraten. Höchstenfalls kann ein Muster für eine gültige Patientenverfügung eine Hilfestellung für die Formulierung des eigenen Willens sein. Damit dieser im Zweifelsfall auch ausgeführt wird, muss die fachliche Beratung durch eine medizinisch versierte Person oder Institution in Anspruch genommen werden. 

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Angebot von Rechtsanwälten für die Patientenverfügung

Rechtsanwälte mit der Spezialisierung auf medizinische Bereiche können beim Erstellen des Dokumenteas behilflich sein. Aus juristischer Sicht kennen sie die richtigen Formulierungen. Doch gibt es trotz dieser Hilfe keine Gewähr dafür, dass sich der Mediziner auch an die eigenen Bestimmungen des Patienten hält. Wer beispielsweise bestimmt „Ich wünsche ab dem unmittelbaren Beginn meines Sterbens keine lebensverlängernden Maßnahmen“, hat schon unwirksam formuliert. Denn im Grunde stirbt jeder Mensch ab dem Zeitpunkt seiner Geburt. Konkreter wäre die Bestimmung nach Stunden oder Tagen, vielleicht auch Minuten. Dies ist aber selbst im akuten Notfall für niemanden vorhersehbar. Ohne eine klare Prognose wird sich also der Arzt immer für die eigentlich abgelehnten lebensverlängernden Maßnahmen halten. 

Unterschied zwischen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Der freie Wille eines Menschen bestimmt über sein eigenes Handeln. Kann dieser eigene Wille nicht mehr mitgeteilt werden, kann es unter den vertretenden Angehörigen sowie im Auftreten gegen Dritte zu Missverständnissen kommen. Diese lassen sich vermeiden, wenn Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung klar aufeinander abgestimmt sind. Dies sind die Unterschiede zwischen beiden Dokumenten: 

Patientenverfügung

Die Patientenverfügung ist eines von vielen möglichen Vorsorgedokumenten. Sie bezieht sich im Gegensatz zu einer Vorsorgevollmacht ausschließlich auf den Patientenwillen in medizinischer Hinsicht. Die Chancen darauf, dass sich Mediziner daran halten, stehen besser bei gleichzeitigem Vorliegen einer Vorsorgevollmacht. Denn dort ist nochmals ausdrücklich bestätigt, dass die dritte Person Entscheidungsvollmacht vom Patienten besitzt. Kommt es zum Ernstfall, sollten daher unbedingt beide Dokumente vorgelegt werden. 

Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht wird einer Vertrauensperson als Handlungsvollmacht gegenüber Dritten erteilt. Das betrifft rechtliche Bereiche wie die Kontoführung, Vertragsabschlüsse und Entscheidungen des täglichen Lebens. Der Hintergrund einer Vorsorgevollmacht ähnelt dem der Patientenverfügung. Ein Mensch, der nicht mehr selbst handlungs- und äußerungsfähig ist, wird von der benannten Person vertreten. Gibt es keine solche Person, können Gerichte aus ihren Reihen einen Betreuer bestimmen. Durch die Vorlage einer Vorsorgevollmacht lässt sich vermeiden, dass dies eine fremde Person ist. 

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Dauer für die Gültigkeit einer Patientenverfügung

Oft vertrauen Menschen auf ihre einmal unterzeichnete Patientenverfügung. Doch wie der medizinische Fortschritt ändern sich auch juristische Ansichten und Vorgaben. In diesen Fällen verliert das Dokument seine Gültigkeit: 

  • Wenn das Datum auf der Patientenverfügung älter als die jüngsten Neuerungen in Recht und Medizin ist.
  • Wenn die eigenhändige Unterschrift fehlt.
  • Wenn sie im Notfall nicht sofort vorgelegt oder online eingesehen werden kann.
  • Wenn sie einen illegalen Passus zur aktiven Sterbehilfe enthält.
  • Wenn der Patient wegen psychischer Erkrankungen nicht mehr in die Inhalte einer Patientenverfügung einwilligen kann.

Diese Merkmale besitzt eine gültige Patientenverfügung: 

  • Sie ist eigenhändig vom Patienten unterschrieben. Das Signieren in der eigenen Handschrift bestätigt den formulierten eigenen Willen.
  • Sie ist entweder neu oder entsprechend geltendem Recht aktualisiert. Eine Patientenverfügung ist also stets mit einem Datum versehen.
  • Sie ist entweder überall sofort griffbereit oder kann im Internet binnen weniger Sekunden abgerufen werden.
  • Inhaltlich ist exakt beschrieben, in welchen Fällen der Patient keine Weiterbehandlung mehr wünscht. Empfehlenswert als Formulierungshilfe ist die Beratung durch einen Mediziner, einen medizinischen Sachverständigen oder einen Rechtsanwalt mit der nötigen Erfahrung in medizinischen Angelegenheiten.

Wer bietet online eine wirksame Patientenverfügung an?

Wer wie Prevago Patientenverfügungen online anbietet, geht am besten rechtssicher für seine Klienten vor. Das bedeutet, dass das einmal ausgefüllte und formulierte Dokument notariell bestätigt wird. Im Falle der Prevago Patientenverfügung ist dafür die Bundesnotarkammer zuständig. Kommt es zum Ernstfall, ist also kein Zweifel durch Angehörige oder behandelnde Mediziner mehr möglich. Die Registrierung hebt die Vorschrift jedoch nicht auf, die Patientenverfügung (am besten gemeinsam mit der Vorsorgevollmacht) mit sich zu tragen oder für Mediziner online verfügbar zu halten. 

Fazit:
Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht bestimmen Angehörige oder Vertrauenspersonen beim Treffen von Entscheidungen, wenn dies der Vollmachtgeber nicht mehr selbst kann. Doch nur aktuelle und gültige Dokumente erkennen Mediziner auch an. Online können beide Formulare wie die Prevago Patientenverfügung nebst Vorsorgevollmacht rechtssicher und medizinisch konkret erstellt werden.